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Ethik und Nachhaltigkeit

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Das Ende des Kapitalismus

Gastvortrag von Ulrike Herrmann an der Hochschule Ravensburg-Weingarten
(Das Video des Vortrags finden Sie hier)

Weingarten – Viele Interessierte waren zum Vortrag von Ulrike Herrmann im Rahmen der Veranstaltungsreihe Nachhaltige Entwicklung gekommen. Der Hörsaal H061 war bis auf den letzten Platz besetzt.

Professor Dr. Wolfgang Ertel, Beauftragter für Nachhaltige Entwicklung, begrüßte die Zuhörerinnen und Zuhörer und stellt die Referentin vor: Ulrike Herrmann hat eine Ausbildung zur Bankkauffrau absolviert und anschließend Geschichte und Philosophie an der FU Berlin studiert. Sie ist Wirtschaftskorrespondentin der Tageszeitung „taz“, schreibt seit 2007 hauptsächlich über die Finanz- und Eurokrise und hat dazu mehrere Bestseller veröffentlicht. In ihrem Vortrag präsentiert sie ihr Buch „Der Sieg des Kapitals. Wie der Reichtum in die Welt kam: Die Geschichte von Wachstum, Geld und Krisen“ (Piper 2015).

Zu Beginn gab Herrmann einen historischen Überblick über die Zeit vor und während der Entstehung des Kapitalismus und erklärte, dass es zahlreiche Theorien dazu gibt, warum die Industrialisierung ausgerechnet um 1760 in England begann. Die für sie überzeugendste Theorie, die sie auch dem Publikum vorstellte, besagt, dass die englischen Löhne im 18. Jahrhundert die höchsten der Welt waren und die Briten somit nicht mehr konkurrenzfähig waren. Der Einsatz von Maschinen, die den Mensch ersetzten, lohnte sich nun zum ersten Mal in der Geschichte.

Drei schwere Finanzkrisen in zehn Jahren

Nach dem Rückblick auf einige bedeutende Ereignisse in der Wirtschaftsgeschichte, sprang Herrmann im zweiten Teil ihres Vortrags in die Gegenwart: „Der Kapitalismus tritt in eine neue Phase ein, die wir in dieser Form noch nie gesehen haben. Das erkennt man daran, dass es in zehn Jahren drei schwere Finanzkrisen gab.“ Gegeben habe es Finanzkrisen im Kapitalismus schon immer, jedoch nicht in dieser schnellen Abfolge. Für den Kapitalismus seien Finanzkrisen nicht gefährlich, aber „sie bergen das Risiko, dass am Ende die Demokratie abgeschafft wird und ein rechtsradikaler oder rechtspopulistischer Führer an die Macht kommt“, so Herrmann.
Kapitalismus ist ein globales Phänomen

Die Autorin ist überzeugt, dass der Kapitalismus politisch gesteuert werden muss, sodass die Löhne mit der technischen Entwicklung steigen. Sie geht davon aus, dass der Kapitalismus zusammen brechen wird und meinte: „Vielleicht ist das Ende des Kapitalismus genauso wie sein Anfang: das neue System ist schon da, nur wir sehen es noch nicht“.

Im Anschluss an den Vortrag moderierte Ertel eine Diskussionsrunde, in der die Besucherinnen und Besucher ihre Fragen an die Referentin stellen konnten. So fragte einer der Teilnehmer, wie man das Ende des Kapitalismus gestalten könne und ob die Politik dabei bisher versagt habe. Herrmann erklärte, dass die Transformation des Kapitalismus noch gar nicht modelliert sei und es noch keine Lösungen oder Theorien dazu gebe. Daher liege die Verantwortung zuerst bei den Ökonomen, die der Politik einen Weg aus dem Kapitalismus vorgeben sollten. Einig waren sich die Beiden aber darin, dass diese Transformation – wie auch immer sie aussehen mag – nicht ruhig und friedlich ablaufen wird. Auch nach der Diskussionsrunde nutzten viele Interessierte die Gelegenheit persönlich mit der Referentin ins Gespräch zu kommen, die sich viel Zeit nahm. Der Vortrag wurde auf Video aufgezeichnet und kann hier abgerufen werden.

Text: Katharina Koppenhöfer


Vortrag zu Künstlicher Intelligenz und Nachhaltiger Entwicklung

Vortrag des Senatsbeauftragten für Nachhaltige Entwicklung, Prof. Dr. Wolfgang Ertel, an der Hochschule Ravensburg-Weingarten am 9.11.2016 zum Thema "Künstliche Intelligenz - Lernfähige Maschinen und Roboter für eine nachhaltige Zukunft". Hier finden Sie Video und Folien des Vortrags.


Quelle: UNFCCC

Am Montag, 30. November begann die 21. große UN-Klimakonferenz in Paris, die sogenannte COP21. Über 150 Staatsoberhäupter aus aller Welt, so auch US-Präsident Obama und Bundeskanzlerin Merkel, sind nach Paris gereist, um ihren gemeinsam Willen zu bekräftigen, den Klimawandel und seine teils verheerenden Auswirkungen zu begrenzen. Informieren Sie sich hier in diesen beiden kurzen Videos (12 und 13 Minuten Länge) über den Hintergrund, mögliche Lösungen und den aktuellen Stand der Bemühungen, ein Klima-Abkommen auf internationaler Ebene zu erzielen.

Mehr Informationen zum Programm und Ablauf der COP21, die vom 30. November bis zum 11. Dezember 2015 in Paris stattfindet, können Sie hier einsehen: www.cop21.gouv.fr/en



Quelle: HNE

Am 30. Oktober 2015 in Konstanz

In einem ersten Teil stellte die Hochschule Konstanz als Gastgeberin der Konferenz vor, wie das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung an der Hochschule Konstanz umgesetzt wird. Daran schloss sich ein kurzer Workshop mit allen Teilnehmern an, die sich mit den Impulsen des Leitkonzepts der Nachhaltigen Entwicklung für die Arbeit an den Fakultäten beschäftigte und deutlich machte, dass dieses Querschnittsthema nachhaltig fakultätsübergreifend an den Hochschulen verankert werden muss.

Nach einem kurzweiligen Vormittag reichte die Mittagspause kaum aus, um wahlweise das Nullenergiehaus „Ecolar“ oder aber das Wasserstoffboot „Solgenia“ der Hochschule Konstanz zu besichtigen. Mitarbeiter gaben interessante Einblicke und beantworteten unsere Fragen.
Am Nachmittag berichteten die Nachhaltigkeitsbeauftragten Baden-Württembergs zum Stand und den Entwicklungen der Nachhaltigen Entwicklung an ihren jeweiligen Hochschulen. Dabei betrachteten wir die einzelnen Bereiche der Nachhaltigen Entwicklung in Lehre, Forschung, Betrieb, Transfer und Governance.
Einige Hochschulen haben bereits ein Angebot zur Nachhaltigen Entwicklung in der Lehre etabliert. Andere Hochschulen haben den Zertifizierungsprozess EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) für eine bessere Umweltleistung entweder eingeleitet oder bereits umgesetzt.

An der Hochschule Ravensburg-Weingarten möchten wir unsere Energie insbesondere dafür einsetzen, dass das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung studiengangsübergreifend Eingang in die Curricula findet – stellen unsere Studierenden als die zukünftigen Maschinenbauer, Ingenieure und Gesellschaftsgestalter doch die besten Multipliktoren dar.

Hintergrund: Vor über 10 Jahren wurde an der HS Ulm auf Initiative des damaligen Rektors Achim Bubenzer das "Netzwerk der Hochschulen für Nachhaltige Entwicklung" [HNE] gegründet. Seit 2005 also treffen sich die Hochschulbeauftragten für Nachhaltige Entwicklung der FHs zw. HAWs Baden-Württembergs zum regelmäßigen Austausch. Mehr Informationen unter: http://www.rtwe.de/hne.html.
                                                                                                                    Text: Nicole Dathe