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Zulassungsamt

Krankenversicherung

Krankenversicherungsnachweis:

Ihre Krankenkasse stellt Ihnen für die Einschreibung eine Versicherungsbescheinigung und die dazu gehörende Meldebescheinigung aus. Erhalten Sie diese Unterlagen erst nach der Ausschlussfrist, reichen Sie diese bitte umgehend nach.
Privat Krankenversicherte benötigen eine Bescheinigung über die Befreiung von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht. Diese wird von den gesetzlichen Krankenkassen ausgestellt.
Weitere Auskünfte zur Krankenversicherung erteilen die Krankenkassen.

1. Versicherungspflicht
:

a) Wer ist versicherungspflichtig?

Mit der Einschreibung an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule werden Sie als Studierende versicherungspflichtig. Häufigste Ausnahme: Solange Sie über Ihre gesetzlich versicherten Eltern beitragsfrei in der Familienversicherung mitversichert sind, tritt die Versicherungspflicht nicht ein (dazu unten 2.).

Versicherungspflicht besteht auch während eines Urlaubssemesters.

Mit dem Ende des 14. Fachsemesters und/oder der Vollendung des 30. Lebensjahres endet die Versicherungspflicht für Studierende. Danach können (und sollten!) Sie sich freiwillig versichern.

b) Befreiung von der Versicherungspflicht (insbes. bei Beamtenkindern) mit dem Ziel, eine private Krankenversicherung zu nutzen

Betrifft Sie die Versicherungspflicht, wollen Sie aber als Studierende nicht gesetzlich, sondern privat versichert sein, so können Sie sich von der Versicherungspflicht befreien lassen. Insbesondere Beamtenkinder werden über diese Variante nachdenken, weil ihre Eltern beihilfeberechtigt sind. Zwei Dinge sollten Sie auf jeden Fall wissen:

Erstens: Die Befreiung von der Versicherungspflicht ist nur innerhalb der ersten drei Monate nach der Einschreibung möglich (bzw. drei Monate nach Ende der Familienversicherung) und ist unwiderruflich, gilt also für das gesamte Studium. Auch nach dem Studium kann der gesetzlichen Krankenversicherung nicht ohne Weiteres (wieder) beigetreten werden, insbesondere wenn man sich selbstständig macht. Für Sie bedeutet das: Sie müssen sorgfältig abwägen, welche Vor- und Nachteile Ihnen die gesetzliche oder private Krankenversicherung während Ihrer Studienzeit und evt. auch danach bringt. (Sind die Eltern beihilfeberechtigt, werden Sie in der Regel ergänzend privat versichert sein.)

Zweitens: Beamtenkinder sollten bei der Abwägung der Vor- und Nachteile berücksichtigen, dass die Beihilfe an die Kindergeldberechtigung der Eltern gekoppelt ist. Sind Sie mit 25 Jahren (bei Wehr-/Zivildienst entsprechend länger) noch Studierende oder verdienen Sie in Nebenjobs so viel, dass die Kindergeldberechtigung entfällt, gibt es also keinen Zuschuss zu den Krankheitskosten mehr vom Staat. Ohne Beihilfe müssen Sie sich in vollem Umfang privat versichern - und dabei voraussichtlich höhere Beiträge zahlen als in der gesetzlichen studentischen Pflichtversicherung.


2. Über die Eltern versichert: Familienversicherung

Sind Ihre Eltern gesetzlich versichert, so sind Studierende bis zum 25. Geburtstag über sie in der sog. Familienversicherung mitversichert, ohne selbst Versicherungsbeiträge zahlen zu müssen. Die Möglichkeit der Familienversicherung verlängert sich über das 25. Lebensjahr hinaus um die Zeit des Wehr- oder Ersatzdienstes.

Bedingung für die beitragsfreie Mitversicherung ist, dass Ihr eigenes monatliches Einkommen regelmäßig unter 365 Euro liegt. Wer einen Minijob (400-Euro-Job) hat, darf bis zu 400 Euro verdienen. Unberücksichtigt bleibt bei der Einkommensermittlung die Werbungskostenpauschale von 920 Euro im Jahr (76,66 Euro pro Monat). Diesen Betrag könnt Ihr also zunächst von Eurem Bruttoverdienst abziehen. BAföG und Unterhaltszahlungen der Eltern gelten nicht als Einkommen.

Sobald Sie die Einkommensgrenze überschreiten, greift die studentische Pflichtversicherung ein. Da dies auch rückwirkend geschehen kann und dann mit einer Beitragsnachforderung verbunden ist, empfehlen wir Ihnen, einen umfangreicheren Job umgehend der Krankenkasse zu melden.


3. Studentische Krankenversicherung


Studierende, die nicht oder nicht mehr familienversichert sein können, weil Sie z. B. die Einkommensgrenze überschreiten oder älter als 25 sind, können sich zu einem relativ günstigen Beitragssatz selbst gesetzlich versichern. Allerdings gilt dies nur bis zur Vollendung des 14. Fachsemesters und/oder bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres. In Ausnahmefällen ist eine Verlängerung möglich. Die studentische Krankenversicherung betrifft Sie nicht, wenn Sie sich von der Versicherungspflicht haben befreien lassen. In diesem Fall müssten Sie sich bei Ihrer Krankenkasse erkundigen, ob es für Studierende besondere Tarife gibt.

b) Nur bis zum Ende des 14. Fachsemesters und/oder bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres

Die Möglichkeit der Versicherung zum Studententarif besteht nicht unbegrenzt. Studierende sollen nicht dazu verführt werden, Ihr Studium nur deshalb hinauszuzögern, um günstiger versichert sein zu können. Eine Grenze bildet die Anzahl der in einem Studiengang verbrachten Fachsemester, eine weitere die Altersgrenze von 30 Jahren. Sobald eine Grenze überschritten wird, ist Schluss mit der Versicherungspflicht und damit auch mit dem günstigen Tarif. Danach können (und sollten!) Sie sich nur noch freiwillig weiter versichern.

Fachsemester sind nur die Semester, die Sie ein bestimmtes Studienfach studiert haben. Dabei werden Urlaubssemester nicht mitgezählt. Wechseln Sie das Studienfach oder beginnen ein zweites Studium, beginnt die Zählung wieder von vorne. Insbesondere bei einem zweiten Studium ist es aber nicht ganz unwahrscheinlich, dass Sie irgendwann die Altersgrenze überschreiten werden. In dem Fall, dass Sie an ein Bachelorstudium ein Masterstudium anhängen, werden die Fachsemester nur dann addiert, wenn es sich um den gleichen (konsekutiven) Studiengang handelt.

Werden Sie im Laufe des Semesters 30 Jahre alt, endet die studentische Versicherung mit dem offiziellen Semesterende. Das gleiche gilt für den Ablauf des 14. Fachsemesters. Ist absehbar, dass Sie die Grenze demnächst überschreiten werden, sollten Sie sich von Ihrer Krankenkasse beraten lassen, wie es weitergehen kann.

c) Verlängerungsgründe

Ausnahmsweise besteht die Möglichkeit, die Grenzen der studentischen Versicherung nach hinten zu verschieben. Dafür ist regelmäßig ein begründeter Antrag erforderlich. Folgende Gründe kommen für eine Verlängerung z. B. in Betracht:
• Notwendiges (!) Aufbaustudium im Anschluss an ein Erststudium (Erhöhung der Berufschancen durch ein zweites Studium genügt nicht)
• Unter bestimmten Voraussetzungen bei Erlangung der Hochschulzugangsberechtigung auf dem Zweiten Bildungsweg
• Pflege von kranken oder behinderten Familienangehörigen
• Eigene Krankheit über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten
• Eigene Behinderung (max. Verlängerung: 7 Semester)
• Geburt eines Kindes und anschließende Kindesbetreuung (max. Verlängerung: 6 Semester)
• Freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr
• Wehr- oder Zivildienst
• Mitarbeit in Hochschulgremien

d) Versicherungsende

Sind Sie bis zum Ende Ihrer Studiums als Studierende versichert, endet der Versicherungsschutz einen Monat nach Ablauf des Semesters, in dem Sie Ihren Abschluss machen. Das Semesterende (ohne den zusätzlichen Monat) ist dagegen relevant, wenn es um den Ablauf des 14. Fachsemesters oder die Vollendung des 30. Lebensjahres geht.

Finden Sie nach Ihrem Studienabschluss sofort einen Job, tritt die Versicherungspflicht als Arbeitnehmer an die Stelle der in Kürze auslaufenden studentischen Krankenversicherung.