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Volker Schumacher


Quelle: Tove Simpfendörfer

Volker Schumacher studierte Physikalische Technik und gewann einen Technik-Oscar. Er entwickelt optische Systeme, optische Messtechnik und seit einiger Zeit ziert eine goldene Oscar-Statue seine Vitrine. 1996 beendete Volker Schumacher sein Studium der Physikalischen Technik an der Hochschule Ravensburg-Weingarten. In den 13 Jahren, die seitdem vergangen sind, ist viel passiert. Der 38-Jährige machte sich selbstständig und mit seiner Entwicklung für den Reflektor eines Filmscheinwerfers gewann er einen Technik-Oscar, eine der prestigeträchtigsten Auszeichnungen der Filmindustrie.

Volker Schumacher ist in Schmalegg geboren und machte eine Lehre als Werkzeugmacher. Dann studierte er Physikalische Technik an der Hochschule Ravensburg-Weingarten. "Das war eine sehr interessante und abwechslungsreiche Zeit. Ich habe neue Sichtweisen kennen gelernt." Seine Diplomarbeit schrieb Schumacher im Steinbeis Transferzentrum für Leuchtentechnik. Danach stieg er dort als Projektleiter ein und beschäftigte sich drei Jahre lang mit optischer Messtechnik und der Entwicklung von optischen Systemen.

Das Studium habe ihm dafür vor allem ein gutes theoretisches Grundwissen mitgegeben. "Doch das Lernen ging wieder von neuem los", musste er feststellen. Nach drei Jahren entschied er, sich zusammen mit Jürgen P. Weißhaar selbstständig zu machen und die opsira GmbH in Weingarten zu gründen. "Ich musste auch im Steinbeis Transferzentrum schon relativ eigenständig arbeiten und Verantwortung übernehmen. Da war der Schritt in die Selbstständigkeit nicht mehr weit." Sein Team ist inzwischen von vier auf 13 Mitarbeiter angewachsen, die Konzepte für beleuchtungstechnische Systeme erzeugen und berechnen. "Wir entwickeln virtuelle Daten, nach denen Werkzeuge gebaut werden. Damit wird das Produkt, zum Beispiel eine Linse hergestellt." Als Volker Schumacher im Jahr 2005 von der Firma ARRI den Auftrag für einen Reflektor in einem Filmscheinwerfer erhielt, ahnte er noch nicht, dass ihm die Erfindung schließlich einen Oscar einbringen würde. "Der Scheinwerfer sollte so funktionieren, dass der Beleuchter sowohl ein enges Lichtfeld mit hoher Beleuchtungsstärke, als auch eine breite Ausleuchtung mit schwächerer Beleuchtung einstellen kann", erklärt Schumacher. Früher waren bis zu fünf unterschiedliche Linsen nötig, die der Beleuchter austauschen musste, um denselben Effekt zu erreichen. "Durch unseren Reflektor entsteht ein sehr präziser klarer Schattenwurf. Er kommt dem Schatten vom Sonnenlicht sehr nahe."

Im Dezember 2008 kam schließlich die frohe Nachricht, dass Volker Schumacher und die Projektpartner von der Firma ARRI, Erwin Melzner und Timo Müller, den Technik-Oscar gewonnen haben. "Es war ein sehr gutes Gefühl den Preis zu bekommen, weil er nicht so oft vergeben wird", freut sich Volker Schumacher. Schon seit fünf Jahren hat die Akademie keinen Preis mehr für eine Errungenschaft in der Lichttechnik ausgelobt. Doch Schmumacher möchte den Preis nicht für sich allein: "Die ganze Firma steckt mit ihrem Know-how hinter der Entwicklung", betont der Geschäftsführer. Nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch seine beiden Kinder sind stolz auf ihren Papa, der bei der Preisverleihung inzwischen Hollywood-Luft geschnuppert hat. Neben seiner Familie widmet der 38-Jährige seine Freizeit dem Chorgesang.

Von Christine Gehringer