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Wirtschaftsinformatik PLUS Lehramt 1
Bachelor

Industrie

Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Beschreibung der Vertiefungsrichtung "Industrie".

Eine Analyse der Herausforderungen unternehmerischen Handelns ergibt, dass diese in erster Linie durch den Wandel der Marktbeziehungen geprägt ist, der sich durch eine verstärkte Wettbewerbssituation (Globalisierung der Märkte), verbunden mit einer stärkeren Kundenorientierung beschreiben lässt. Dies zeigt sich etwa an der zunehmenden Bedeutung von Konzepten wie Mass Customization und Demand Fulfillment. Dabei erfordert die Herstellung kundenindividueller Produkte die Umsetzung einer flexiblen Produktion bei möglichst niedrigen Kosten in der Leistungsbereitstellung. Die genannten Anforderungen münden einerseits in einem Trend zur Bildung von weltweit verteilten Wertschöpfungsnetzwerken (Supply Networks bzw. Supply Chains), andererseits in einer stärkeren Betonung kundenorientierter Ziele.

Dass Deutschland (aber insbesondere auch die Region Bodensee-Oberschwaben) nach wie vor einen von der Industrie geprägten Wirtschaftstandort darstellt, belegen die folgenden Statistiken. Mehr als 25% der Bruttowertschöpfung in Deutschland wurde laut dem Statistischen Bundesamt in 2007 durch das "Produzierende Gewerbe" erzielt. Nach Auskunft der IHK (Stand: 01/2010) gehören mehr als 1200 industrielle Unternehmen der IHK Bodensee-Oberschwaben an, 16 davon beschäftigen mehr als 500 Mitarbeiter.

Um die Studierenden mit fundierten Kenntnissen und praxisrelevantem Methodenwissen für den industriellen Bereich auszustatten, wird folgender Veranstaltungskanon angeboten.

Produktionsplanungs- und –steuerungssysteme Integrierte prozessorientierte Standardsoftware

In der Veranstaltung Produktionsplanungs- und –steuerungssysteme (3. Semester) wird ein Grundverständnis für die klassischen (industriespezifischen) Geschäftsprozesse eines Unternehmens (v.a. deren Planungs- und Entscheidungsprobleme) vermittelt. Dies umfasst insbesondere das Kennenlernen der bekannten Produktionsplanungs- und -¬steuerungsprinzipien MRPII (Manufacturing Ressource Planning) und Lean Production (Kanban, Kaizen, etc) im Bereich der Produktion. Darauf aufbauend wird den Studenten gezeigt, wie die gelernten (Standard-)Prozesse in einer Standardsoftware (z.B. SAP) abgebildet sind (4. Semester: Integrierte prozessorientierte Standardsoftware).

Wahlfach: Supply Chain Management

Betrachtet man die gesamte Wertschöpfung eines (industriellen) Produkts, so sind dabei immer mehrere Unternehmen beteiligt. In der Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette (Supply Chain), vorrangig aus logistischer und informationstechnischer Sicht, liegt der Fokus in den Wahlpflichtveranstaltungen. Gegenstand der Wahlfachveranstaltung im 4. Semester ist demnach das Konzept Supply Chain Management, dessen Aufgabe in der Koordination und Integration aller Partner der Supply Chain besteht. Im Laufe der Veranstaltung wird deutlich, dass für die auftretenden (Planungs- und Entscheidungs-)Probleme meist kein einfacher Lösungsalgorithmus existiert. Vielmehr wird die Problemlösungskompetenz eines Menschens benötigt, diese Probleme z.B. durch den geschickten Einsatz von IT-Tools zu lösen und entsprechend zu interpretieren. Beispiele dafür sind eine Standortplanung einer Produktion (IT-Tool: Excel) sowie eine Planung der Infrastruktur einer Produktionshalle (IT-Tool: Simulationssoftware).

Wahlfach: Anwendungssysteme in Industriebetrieben

Um die Praxisrelevanz und –tauglichkeit des Erlernten abzurunden, werden im Rahmen der Laborveranstaltung „Anwendungssysteme in Industriebetrieben“ (6. Semester) entsprechende Problemstellungen als praxisnahes Projekt durchgeführt. Die Studierenden lernen dabei zunächst den Umgang gängiger IT-Tools (z.B. Optimierungs- und Simulationswerkzeuge), mit denen sie die jeweilige Problemstellung bearbeiten können. Die (rechnerischen) Ergebnisse werden abschließend einerseits in einer strukturierten schriftlichen Arbeit festgehalten, andererseits (zielgruppenbezogen) aufbereitet und präsentiert.
Optional : Abschluss- und Projektarbeiten

Im Rahmen einer Projekt- und/oder Abschlussarbeit, die im 7. Semester absolviert werden, kann diese Vertiefungsrichtung des Studierenden durch entsprechende aktuelle Trends bzw. Spezialthemen aus dem industriellen Umfeld abgerundet werden.