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Mit weniger Muskeln und mehr Gehirnzellen leben

Sind Computer und Internet in Zukunft unsere Lehrer?



Professor Wendorff zeigte am lebenden Modell, wie beim Lernen Verbindungen entstehen – gedanklich und zwischen Zellen.

An der Entwicklung des Menschen erklärt Pädagogikprofessor Dr. phil. Jörg Wendorff, warum wir lernen. Die Studierenden der Kinderuni sehen zudem, was passiert, wenn sie lernen. Im Gehirn werden Verbindungen hergestellt und gefestigt. Ähnlich wie beim Computer. Braucht es da in Zukunft noch Lehrer und Schule?


Dr. phil. Jörg Wendorff hat lange im Rettungsdienst gearbeitet und Rettungssanitäter ausgebildet. Heute bringt er Studierenden der Pflegepädagogik an der Hochschule Ravensburg-Weingarten bei, wie man am besten lernt und unterrichtet.Er selbst lernt gerne. Die Kinderstudis lernen, um zu beweisen, dass sie was können, sagten sie. Weil sie es im Alltag brauchen und für einen Beruf. Mit dem Bild eines Säbelzahntigers erinnerte Jörg Wendorff daran, dass Menschen auch lernen, um zu überleben.

Zur Zeit des Säbelzahntigers spielten Muskeln für das Überleben der Menschen eine größere Rolle als heute. Ein Schaubild zeigte die Entwicklung des Menschen vom Affen zum aufrechten Gang mit abnehmender Muskelmasse. Anja: „Wir stammen ja gar nicht vom Affen ab!“ „Stimmt! So einfach kann man das wohl nicht sagen, wir haben aber die gleichen Vorfahren wie die Affen“, lenkte der Professor ein. Unbestritten ist, dass Menschen mit Köpfchen besser überlebten als die muskelstarken.

Forscher zählen heute 100 Milliarden Zellen im menschlichen Gehirn. Die elfjährige Leila aus Wilhelmsdorf und fünf weitere Kinder spielten Gehirnzellen. Professor Wendorff zeigte am lebenden Modell, wie beim Lernen Verbindungen entstehen – gedanklich und zwischen Zellen. Je öfter man sie gebraucht, desto fester werden die Verbindungen und das Wissen. Wenn man abends nicht zu viel Aufregung hat, vertieft und festigt sich das Gelernt noch im Schlaf.

Computer und Internet erleichtern das Lernen. Die allermeisten Kinder-Studis möchten aber lieber weiter mit Lehrern und weniger am Computer lernen. Entsprechendes hat eine Befragung des Professors unter Studierenden ergeben. Sie möchten auf den Hörsaal mit Lehrern und Studienkollegen nicht verzichten. Jörg Wendorff will E-Learning, das Lernen am Computer, noch verbessern. Er weiß, wir brauchen zum Lernen Aufmerksamkeit, Wiederholung und Abwechslung. Fragen stellen, anderen etwas erklären, aber auch Sport treiben ist gut fürs Lernen.

Info: Für ein Studienjahr der Kinderuni Ravensburg-Weingarten können sich Schulkinder der Klassen 3 bis 6 anmelden. Studienjahrbeginn ist jeweils Oktober. Näheres auf www.kinderuni-ravensburg-weingarten.de

Text: Marianne Blöchinger
veröffentlicht von: Öffentlichkeitsarbeit