Hochschule Ravensburg-Weingarten | Zurück zur Startseite

Erweitert »




Öffentlichkeitsarbeit
und Wissenschaftskommunikation

2007

« Zurück

Junge Malayen studieren Maschinbau und Fahrzeugtechnik


„Wir haben uns hier schon richtig gut eingelebt“, sagt Ahmad Iqbal Ahmad Basir. Der 24-Jährige Malaie ist schon seit drei Jahren an der Hochschule Ravensburg-Weingarten und studiert zusammen mit Suryani Sabri (21 Jahre) und Mohd Fuad Ahmad (22) Maschinenbau. Das Malaysia-Programm des Landes Baden-Wuerttermberg, das die Malaien nach Weingarten brachten, wurde zwischen der malaiischen Regierung und dem Stuttgarter Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) abgeschlossen. Jedes Jahr kommen malaiische Studenten nach Süddeutschland, um eine Ingenieursausbildung auf hohem Niveau zu erhalten.




Ahmad Iqbal war der Erste der drei, der den Weg nach Weingarten gewagt hat. Für ihn klang vor allem das zweite Praxissemester positiv, „denn in Malaysia und anderen Hochschulen gibt es oft nur eines“. Mohd Fuad und Suryani Sabri ließen sich dann von ihm berichten, wie es ihm denn so gefalle und wie es mit dem Studium so klappe. Anscheinend müssen lobende Worte auf die andere Seite der Welt geflossen sein, denn jetzt wohnen alle drei in Weingarten. 13 junge Frauen und Männer aus Malaysia sind derzeit in den Studiengängen Maschinenbau und Fahrzeugtechnik eingeschrieben.

Suryani Sabri ist seit Januar 2007 in Deutschland. Und was hat sie als erstes überrascht? „In Weingarten leben viele nette Leute“, sagt die 21-Jährige. „Nur das Wetter ist immer komisch hier.“ Der Wechsel von heute Sonne und morgen Regen ist für die Studierenden aus Asien gewöhnungsbedürftig, schließlich scheint in Malaysia fast immer die Sonne. Die größte Barriere hier in Deutschland war jedoch die Sprache. „Als wir Deutsch lernten, lernten wir fast nur Schreiben und wenig Sprechen“, sagt Ahmad Iqbal. Doch mit dem Studium klappt es trotz kleiner Missverständnisse ganz gut, jedes Semester wird es besser.

Suryani Sabri und ihre zwei Kommilitonen sind Muslime. In ihrem Heimatland wird sehr streng auf die religiösen Bräuche geachtet. Deshalb sind sie auch keine „hartgesottenen“ Partygänger, denn sie dürfen weder Schweinenfleisch essen noch Alkohol trinken. „Das Ablehnen wird man gewohnt“, erzählt Ahmad Iqbal. „Einmal war ich auf einer Party und da habe ich eben Cola getrunken.“ Das Kopftuch, das Suryami trägt, will sie nicht ablegen, denn das Kopftuch sei eine Regel fürs Leben. Den Studierenden aus Malaysia ist ihr Glaube wichtig. „Wir Muslime beten funfmal täglich und für uns wäre es sehr schlimm, das Freitagsgebet zu verpassen“, berichtet Ahmad Iqbal. Deswegen besuchen die Malayen am Freitagnachmittag die Ravensburger Moschee.

Alle Malayen, die in Weingarten Maschinenbau oder Fahrzeugtechnik studieren, haben von der malaiischen Regierung ein Stipendium erhalten. Deswegen können sie nach ihrem Studium nicht einfach dort arbeiten, wo sie wollen, sondern müssen mindestens zehn Jahre für die Regierung tätig sein. Erlaubt ist es allerdings, wie es Ahmad Iqbal nach dem Studium vorschwebt, zuerst einmal drei oder vier Jahre in Deutschland zu arbeiten und dann die gesammelte Erfahrung nach Malaysia bringen. „Vielleicht“, hofft er, „nützt die Zeit mir und meinem Land.“

Deutsche Sitten und Traditionen haben die Malayen auch schon mitbekommen. Besonders der Fasching mit den vielen verschiedenen Holzmasken hat Ahmad Iqbal beeindruckt. BMW-Fan Mohd Fuad würde gern einmal ein Rennen am Hockenheimring besuchen, „wenn es nur nicht so teuer wäre.“ Aber wenigstens konnte der leidenschaftliche Fußballspieler während der Fußballweltmeisterschaft 2006 das Eröffnungsspiel Deutschland gegen Costa-Rica besuchen. Suryami Sabri dagegen liebt weniger den Sport, sondern mehr das Einkaufen. „Hier gibt es so viel Auswahl zum Anziehen“, sagt sie.

Und was kennen die jungen Malayen noch von der deutschen Kultur? „Juli“, sagt Suryami wie aus der Pistole geschossen. Als sie Malaysia Deutsch lernte, hörte sie auch viel deutsche Musik. Doch nicht nur sie. „Söhne Mannheims, Prinzen, Wir sind Helden“, zählt Mohd Fuad auf.

Philipp Richter

2007






16.11.10
Students abroad in Konzepte

Alle Artikel über die Studierenden im Ausland finden sich auch in den Hochschulmagazinen.