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Öffentlichkeitsarbeit
und Wissenschaftskommunikation

2007

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„Deutschland ist sehr teuer" Baden-Württemberg Stipendium ermöglicht internationalen Studentenaustausch


„Auslandserfahrung wird inzwischen selbst von kleineren Firmen gefordert, wenn sie neue Arbeitnehmer einstellen.“ Dies ist für Christine Lauer vom Akademischen Auslandsamt einer der Gründe, warum immer mehr Studierende auch fernab ihre Heimatländer studieren wollen. Bestätigt wird der Karriereschub, den ein Auslandstudium bringt, durch das Rating des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) vom April 2007. Internationale Erfahrung bewerten die Personalverantwortlichen von 35 großen deutschen Unternehmen als wichtig, um einen hochqualifizierten Job in der Industrie zu meistern.




Ausländer zieht es nicht nach Deutschland, weil sie international sein wollen, sondern weil sie sich eine gute Ausbildung erhoffen, so zum Beispiel Raman Shauchuck aus Weißrussland. Er studiert Maschinenbau mit Hilfe des Baden-Württemberg Stipendiums. „In Deutschland hat man einfach ideale Bildungsmöglichkeiten. Wenn ich kann, werde ich versuchen, nach meinem Bachelor wieder hier her zu kommen“, meint der 22-Jährige.

„Jedes Jahr bewerben sich mehr Studenten“, freut sich Christine Lauer, „es ist nur schade, dass wir nicht alle annehmen können, dazu fehlen uns die finanziellen Möglichkeiten.“ Doch der Etat lässt sich durchaus sehen. Mehr als 41.000 Euro erhielt die Hochschule Ravensburg-Weingarten im vergangenen Jahr von der Landesstiftung, seit Beginn des Programms 2002 sogar mehr als 200.000 Euro. Die ausländischen Studenten, die in Weingarten studieren, bekommen ungefähr den gleichen Betrag wie Bafögempfänger, in der Regel 600 Euro im Monat.

„Die Aufnahme in das Programm ist gar nicht so schwer“, findet Raman Shauchuck. Man müsse aber eine Menge Unterlagen einreichen. Zu diesen Unterlagen gehören unter anderem ein Empfehlungsschreiben eines betreuenden Professors, ein Bewerbungsschreiben auf Englisch und ein Nachweis der Studierfähigkeit in Englischer Sprache (wie zum Beispiel das Oxford English Certificate). Außerdem braucht man einen Notendurchschnitt unter 2,8.

Ohne Baden-Württemberg Stipendium hätte der junge Mann aus Brest nicht in Deutschland studieren können. Denn: „Deutschland ist sehr teuer“, sagt er. Allein sein Zimmer kostet 240 Euro. Dafür bekommt er in Brest eine Mehrzimmerwohnung. Ähnliche Probleme hat der Mechatronics-Student Nuke Pratama aus Indonesien. Der 33-jährige hat drei Semester an der Hochschule verbracht, nach diesem Wintersemester kehrt er in die indonesische Millionenstadt Bandung zurück.

Für Nuke Pratama und Raman Shauchuck war der Aufenthalt in Weingarten ein großer Gewinn. Sie haben nicht nur gute Freunde gefunden, sondern auch viel über Deutschland gelernt, was im Sinn der Landesstiftung ist. Das Baden-Württemberg Stipendium ist so nicht nur für die Studenten von großem Vorteil, auch das Land profitiert davon, da viele der Studenten nach Abschluss ihrer Ausbildung hier arbeiten oder in ihrer Heimat für den Süden Deutschlands als Wirtschafts- und Universitätsstandort werben.

„Hier in Deutschland ist alles gut organisiert. Bei mir zuhause in Bandung ist alles ganz anders“, meint Nuke. Obwohl Weißrussland nicht so weit von Deutschland entfernt ist wie Indonesien, hat auch Raman einige Unterschiede zwischen den Kulturen festgestellt. So wird in Weißrussland anders gefeiert: „An Neujahr ist da einfach jeder dein Freund. Selbst die Freunde von Freunden, die man eigentlich gar nicht kennt. Wer zum Feiern kommt, ist eingeladen.“

Marion Meßmer

2007






16.11.10
Students abroad in Konzepte

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