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Öffentlichkeitsarbeit
und Wissenschaftskommunikation

2008

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Zwei Studiensemester in Schottland


„Ah, du gehst nach England!“ Nicht nur einmal konnte ich das hören als ich erzählte, dass ich für fast ein Jahr nach Edinburgh gehen würde, um dort an der Napier University „Business Management“ zu studieren. England? Unbewusst begingen manche mit dieser Reaktion ein böses Foul. Die Schotten sind sehr stolz auf ihr Land und möchten historisch bedingt so wenig wie möglich mit den Engländern zu tun haben. Denn sie haben ihnen nicht nur einige blutige Schlachten, sondern auch die Tatsache zu verdanken, dass ihr heißgeliebter Scotch Whisky mit fast 75 Prozent besteuert ist.


Von solchen Reibereien ist an der Napier University Business School nichts zu spüren. Modern und weltoffen thront der Campus mit Blick auf das Edinburgher Castle und das Meer über der Stadt. Man muss nicht in alle Welt reisen, um Leute von überall kennen zu lernen: Studenten aus jedem Land Europas, aber auch aus den USA, Asien und Südamerika sitzen hier in überschaubaren Gruppen in den Vorlesungen oder vor dem hauseigenen Starbucks. Aus einer sehr großen Auswahl von Modulen kann man ziemlich frei nach eigenen Interessen vier Module pro Semester auswählen, welche mit Hausarbeiten und eventuell einer Prüfung pro Fach zum Bachelorabschluss führen. Von einigen Sprachkursen über interessante Vorlesungen wie International Business oder Strategic Management, bis hin zur Einführung in die schottische Kultur mit Ausflügen ins Land, ist alles geboten. Bei so viel Freiheit im Studium fällt einem die Wahl manchmal schwer.

Genauso bunt gemischt geht es in der Innenstadt zu, wo alte Schlösser neben neuen (Regierungs-)Palästen stehen und an jeder Ecke die berühmten angenehmen Klänge von Dudelsäcken zu hören sind. Die Stadt versprüht das Flair einer kleinen Metropole, mit großem Angebot an Allem auf überschaubarem Raum. Leicht stecken die Schotten einen auch mit ihrer Begeisterung für Rugby an: Wenn die Nationalmannschaft spielt passiert im Land nichts anderes mehr. Wer mutig ist, kann sich in den University Sports Clubs auch mal selbst darin probieren. Sollte abends dann noch Langeweile aufkommen, stehen knapp 800 Bilderbuch-Pubs mit Quiz-Nights und Live-Musik oder unzählige Clubs zur Verfügung.

Das Kontrastprogramm ist allerdings auch nicht weit: Mit dem Auto oder geführten Bustouren ist man ruckzuck in den Highlands, wo es außer ganz viel unberührter Natur mit Wäldern und Bergen, vielen Castles und vor allem den berühmten Lochs (Loch Ness ist übrigens eines der langweiligeren) nicht viel anderes gibt. Schottland ist ja nicht unbedingt für seine Städte – von Glasgow und Edinburgh mal abgesehen –, sondern für die atemberaubende Mischung aus Gebirgen, Küsten, Schlössern und Inseln berühmt. Das ist schwer zu beschreiben, überzeugt Euch lieber selbst davon!

Ich persönlich kann ein oder besser noch zwei Semester an der Napier University in Edinburgh wärmstens empfehlen. Etwas Kleingeld vorausgesetzt (billig ist Edinburgh nicht, das will ich hier nicht verschweigen) lebt man in einer Stadt mit enorm hoher Lebensqualität. Die Uni lässt einem immer noch genügend Raum, um seine Zeit in Schottland zu hundert Prozent zu genießen. Mir ist schnell klar geworden, warum die Schotten so stolz auf ihr Land sind, und das zu Recht! Ich habe es sehr genossen, in einem interessanten Studium so leicht viele neue Leute aus aller Welt kennen zu lernen und meinen Horizont zu erweitern. Nur…Engländer kenne ich eigentlich keine.



19.10.10
Students abroad in Konzepte

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