Hochschule Ravensburg-Weingarten | Zurück zur Startseite

Erweitert »




Öffentlichkeitsarbeit
und Wissenschaftskommunikation

2008

« Zurück

Alexander Kulikow schon zum dritten Mal in Deutschland


„Reisen ist ein Privileg“, meint Alexander Kulikow, „deshalb will ich jede Minute hier genießen.“ Der 19-jährige Weißrusse studierte ein Semester in Weingarten Betriebswirtschaft/Management - dank eines Baden-Württemberg Stipendiums. Deutsch lernt er schon seit der ersten Klasse, als schwierig hat er es nie empfunden, „Wenn etwas interessant ist, lernt es sich leichter!“, sagt Alexander.



Weißrussland liegt im Zentrum Europas, deshalb ist es ein Transitland. Durch seine Lage verbindet es Europa und Asien, westliche und östliche Kultur miteinander. Dass sich die Menschen hier und dort unterscheiden ist klar, doch worin denn nun genau? „Weingarten ist relativ klein“, erklärt Alexander Kulikow, „deshalb wird man hier von allen freundlich gegrüßt, sogar von Leuten, die man kaum oder gar nicht kennt. Und das nicht nur an der Hochschule.“ Anders als in Deutschland dürfe man seine Professoren nicht mit einem „Hallo“, sondern nur mit einem „Guten Tag“ begrüßen.

Alexander Kulikow ist bereits zum dritten Mal in Deutschland und zum zweiten Mal in Weingarten. Das letzte Mal war er vor zwei Jahren hier im Rahmen eines Austauschprogrammes der Brest State Technical University und der Hochschule in Weingarten. „Ich will etwas erreichen!“, sagt der junge Mann. Überzeugt ist er, dass ihm ein Studium in Deutschland in Bezug auf die spätere Karriere viel bringt. Begeistert ist er von der Praxiserfahrung, die er hier gesammelt hat, besonders in zwei Projekten mit einem deutschen und einem österreichischen Unternehmen.

An den Wochenenden ist er viel gereist. Vor allem Städte wie München, Berlin, Dresden, Konstanz und Freiburg hat er besucht. Zuhause sieht seine Wochenendplanung ganz anders aus, denn für Weißrussen gilt: „Wir gehen in die Natur“! Das muss man sich so vorstellen: Oft packen Alexander Kulikow und seine Freunde ihre Rucksäcke und fahren mit Bus oder Bahn aufs Land, wo sie spazieren gehen, im Fluss baden oder die Nacht über im Wald campen. „Dann sitzt man am Lagerfeuer zusammen, spielt Gitarre und singt dazu Lieder“, schildert Alexander das abenteuerliche Unternehmen.

Während seines Semesters in Deutschland haben ihm trotz aller Neugier auf das fremde Land seine Eltern und seine Freunde gefehlt. Sein Heimweh konnte jedoch durch täglichen E-Mail-Kontakt mit den Freunden und zwei Telefonate pro Woche mit den Eltern gelindert werden. Auch das wichtigste Fest im Jahr hat der 19-Jährige zuhause mit der Familie verbringen können, die Rede ist natürlich von…
…Nein, nicht von Weihnachten, sondern von Silvester. In Weißrussland feiert man Silvester viel intensiver als die heilige Nacht, und an diesem Abend bringt „Väterchen Frost“ die Geschenke.

Gewöhnlich sitzt Alexander Kulikow an diesem Abend bis spät in die Nacht mit seiner Familie beisammen, kurz vor Mitternacht macht er sich auf den Weg zu seinen Freunden. Gemeinsam mit ihnen beginnt er das neue Jahr in der Stadtmitte, wo sich alle Leute sammeln und feiern: Je ausgelassener desto besser. Das hat für junge Weißrussen Tradition, denn: „Wie der Mensch das neue Jahr trifft, so verbringt er es!“

Anna Rinderspacher

Dezember 2008



15.11.10
Students abroad in Konzepte

Alle Artikel über die Studierenden im Ausland finden sich auch in den Hochschulmagazinen.