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Öffentlichkeitsarbeit
und Wissenschaftskommunikation

2009

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Schwäbisch als Fremdsprache


Monterrey, auch „Stadt der Berge“ genannt, liegt umgeben von einer Gebirgskette im Nordosten von Mexiko. Hier befindet sich das Institut für Technologische und Höhere Studien, welches mit 20.000 Studierenden zu einer der größten Universitäten in Mexiko gehört. Dort studieren auch Jorge Wise García und Brahim Talamas Troyo, die für zwei Semester an die Hochschule Ravensburg-Weingarten kamen. „In Weingarten ist alles so anders und viel, viel kleiner“, erzählt der 22-Jährige Brahim Troyo. Die erste Zeit in Weingarten war für die zwei Mexikaner eine ziemliche Umstellung, aber mittlerweile haben sie sich gut eingelebt. „Wir erreichen hier alles zu Fuß und können dadurch spontaner sein“, meinen die Studenten.



Jorge García lebt in Monterrey bei seiner Familie. In Deutschland ist er in ein Studentenwohnheim gezogen, hat dort viele Freunde gefunden und ist selbstständiger geworden. Die beiden Mexikaner sind sehr beeindruckt, dass an einer überschaubaren Hochschule wie Weingarten, Studierende aus aller Welt zusammenfinden. An ihrer Heimatuniversität sei der Anteil der internationalen Gäste nicht so hoch. „Wir haben uns für Weingarten entschieden, da der Unterricht im Masterstudium Mechatronics auf Englisch gehalten wird“, sagt Brahim Troyo. Zwar haben beide für zwei Jahre an der Universität in Monterrey Deutsch studiert, aber das Verstehen des oberschwäbischen Dialekts bereitet ihnen Probleme. „Mit Schwäbisch haben wir nicht gerechnet“, schmunzeln Brahim Troyo und Jorge García.

Die Studenten bekamen beide ein Baden-Württemberg Stipendium und konnten dadurch sechs Monate ihres Aufenthaltes finanzieren. „Die restliche Zeit haben uns unsere Familien gesponsert“, erklärt Jorge García glücklich. Die Mexikaner nahmen am Brothers and Sisters Programm teil. Zwei Gastfamilien aus Weingarten zeigten Brahim Troyo und Jorge García die Umgebung und machten sie bei gemeinsamen Abendessen mit deutscher Essenskultur vertraut. „Wir sind richtige Fans von Schnitzel und Brot“, schwärmen die beiden. Nur das scharfe mexikanische Essen vermissen die angehenden Ingenieure. Tacos mit Jalapenos, da sind sich die Mexikaner einig, ist ihr Lieblingsgericht. Mit ihren Gasteltern unternahmen die Studenten viele Ausflüge: Skifahren in Österreich, Sightseeing in Zürich, Tübingen oder Köln. Die Größe und Architektur des Kölner Doms beeindruckte Brahim Troyo besonders. „Vergleichbare Kathedralen gibt es in Mexiko nicht“, sagt der Student.

Zukunft in Deutschland

In Deutschland ist es den sonnenverwöhnten Mexikanern meist zu kalt. „Im Sommer ist es in Monterrey um 20 Grad wärmer“, erzählt Jorge García. Trotzdem sehen beide ihre Zukunft in Deutschland. „Für Ingenieure gibt es hier gute Möglichkeiten, Arbeit zu finden. Die Bezahlung ist auch besser“, fügt der 22-Jährige Brahim Troyo hinzu. Eins steht für die Studenten jetzt schon fest: „Wir wollen auf jeden Fall wieder kommen.“


Vita

Jorge Wise García, geboren 1988, studierte für zwei Semester Mechatronics an der Hochschule Ravensburg- Weingarten. Er beschäftigt sich gerne mit neuen Sprachen und Kulturen. Seine Leidenschaft ist die klassische Musik, vor allem mit akustischer Gitarre.

Brahim Talamas Troyo, geboren 1986, studierte für zwei Semester Mechatronics an der Hochschule Ravensburg- Weingarten. Seine Hobbies sind Fußball und Tischtennis spielen, Klettern und Zeichnen.

Von Lena Schmalisch



29.10.10
Students abroad in Konzepte

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