Hochschule Ravensburg-Weingarten | Zurück zur Startseite

Erweitert »




Öffentlichkeitsarbeit
und Wissenschaftskommunikation

2011

« Zurück

Maschinenbauer absolvierte Praxissemester in Palm Beach


40 Grad im Schatten, Autoschrauberei und ein Surfbrett unter der Weihnachtspalme: Sechs Monate Traumaufenthalt in Palm Beach – Florida. Dies erlebte der 26-jährige Mario Hasel, Maschinenbaustudent der Hochschule Ravensburg-Weingarten. „Ich wäre liebend gern doppelt so lange geblieben“, erinnert sich der Student. Es war nicht nur die Erlebnisvielfalt Floridas, die dieses halbe Jahr so aufregend machte. Auch die Erfahrungen und persönlichen Erfolge machten die Zeit für Mario Hasel unvergesslich. „Ein Auto zu fahren, das 600 PS unter den Rädern hat, ist einfach aufregend“, erzählt der 26-Jährige.



Die Idee, das praktische Studiensemester in den USA zu absolvieren, stand für Mario Hasel schon lange fest. Und doch fiel es ihm zu Beginn schwer, sich mit der neuen Situation anzufreunden. Wenn er zu Besuch bei seinem Chef war, fühlte er sich anfangs nicht ganz so wohl. „Das Anwesen haben einige bewaffnete Sicherheitsleute beaufsichtigt. An den Anblick musste ich mich erst gewöhnen“, erklärt er. Trotz anfänglicher Sprachschwierigkeiten fand er sich mit Hilfe seines Mitbewohners und Arbeitskollegen Scott schnell ein. „Nachdem mein Surfbrett gebrochen war, hat mir Scott einfach ein neues unter die Weihnachtspalme gelegt“, beschreibt der Student die gute Beziehung.

Zwar vermisste er das deutsche Essen und seine Familie, doch konnte er schnell neue Bekanntschaften schließen. „Dass einem als Fremder in einer Bar der Kellner sofort seine Hilfe anbietet, würde in Deutschland nicht passieren“, ist Mario Hasel überzeugt. Auch an seinem Arbeitsplatz waren die Menschen offen. Rund 20 Mitarbeiter sind in der Tuningwerkstatt beschäftigt. Der 26-Jährige arbeitete mit Computern, die mit Hilfe von neuartigen CAD-Systemen Werkstücke 3-dimensional darstellten. Um eine neues, perfektioniertes Ersatzteil in einen Wagen einzubauen, demontieren die Arbeiter zuerst das alte Teil. Danach kann mit einem 3-D-Scanner im Wert von 200.000 Dollar eine exakte Kontur des Hohlraums erstellt werden. Diese verwenden die Autoschrauber, um neue Teile herzustellen, die perfekt an die Anforderungen angepasst sind.

„Das coolste Teil war ein McLaren SLR“, sagt Mario Hasel. Um an diesen teuren Autos arbeiten zu dürfen brauchte es das Vertrauen seines Chefs. Das erlangte der Student durch neue Ideen. Beispielsweise konstruierte er einen Ansaugstutzen eines Wankelmotors neu, um eine höhere Effizienz zu erlangen. Hierbei veränderte er die Ansteuerung an den Wankelmotor, die von den Herstellern vorgegeben war.

Nach getaner Arbeit gönnte sich Mario Hasel den letzten Monat Urlaub. Er startete durch und besuchte die großen Städte Amerikas. Erst trieb es ihn nach Miami, hin nach Orlando, bis er von San Fransisco aus mit einem Van und Freuden aus Deutschland die Westküste herunterfuhr. Der Student besuchte außerdem noch Los Angeles, Chicago und New York. „Die Westküste mit der Route Number One empfehle ich jedem. Es war wohl die geilste Umgebung, die ich in meinem Leben gesehen habe!“

An die Mentalität der Amerikaner konnte er sich nicht so ganz gewöhnen: „An Halloween zum Beispiel, da spinnen die eine Woche lang!“ Die Offenheit der Leute in Palm Beach hat ihm trotzdem sehr gefallen, und er hat sich vorgenommen, zurück in Deutschland auch mehr auf Menschen zuzugehen. „Dass ich es geschafft habe, mich schnell in eine völlig fremde Situation einzufinden, gibt mir das Selbstbewusstsein, mich neuen Herausforderungen zu stellen“, bilanziert Mario Hasel seinen Auslandsaufenthalt in Florida.

Mario Hasel, Jahrgang 1984, machte nach seinem Hauptschulabschluss die mittlere Reife und schloss eine Ausbildung zum Mechaniker an. Nach bestandener Fachhochschulreife studiert er seit dem Wintersemester 2008/9 Maschinenbau an der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Seine Hobbys sind Motorradfahren, Joggen und Weggehen.

Text: Thomas Dengler




08.07.11
Students abroad in Konzepte

Alle Artikel über die Studierenden im Ausland finden sich auch in den Hochschulmagazinen.