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Öffentlichkeitsarbeit
und Wissenschaftskommunikation

2017

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Jan Schwarz gibt Einblick in sein Auslandssemester – Ein Tag in Riga


Historische Bauten neben Betonwüste, wortkarges Gemüt trifft auf offene Charaktere: Lettland ist ein Land der Gegensätze. Das hat Technik-Management-Student Jan Schwarz in seinem Auslandssemester an der Universität von Lettland in Riga festgestellt. Für „Konzepte“ lässt er einen typischen Tag in der lettischen Hauptstadt noch einmal Revue passieren.

7:00: Vom Geruch nach frischem Espresso in seiner Nase wird Jan geweckt. Kein Wunder, dass er mit diesem Wachmacher in den Tag startet: Seine beiden Mitbewohner sind Italiener. Die drei Erasmus-Studenten teilen sich eine WG, die in unmittelbarer Nähe zur Altstadt liegt. Und auch zur Universität braucht Jan nur fünf Minuten zu Fuß.

9:00: An der Universität von Riga beginnen die Vorlesungen später, als Jan es gewöhnt ist. „Globalisation and Integration“ steht im ersten Block auf dem Vorlesungsplan. „Der größte Unterschied zur Hochschule ist, dass es an der Universität von Lettland Hausaufgaben, Anwesenheitspflicht und sogar mündliche Noten gibt“, erzählt der Technik-Management-Student. Als nächste Vorlesung steht an diesem Vormittag das Fach „International Management“ an.

13:00: Zum Mittagessen geht Jan mit seinen Kommilitonen ins „Lido“. Hier gibt es typisch baltische Hausmannskost. „Fleisch und Kartoffeln werden in Lettland ganz oft gegessen“, so der Technik-Management-Student. Essen gehen sei in Riga verhältnismäßig günstig. „Die Lebensmittel in Supermärkten sind hingegen relativ teuer.“






14:00: Neben dem Studium macht der Austauschstudent ein Praktikum bei einer Professorin, die im Bereich „European Studies“ lehrt und forscht. Ihm ist aufgefallen, dass das Verhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden sehr konservativ gehalten ist. „Was der Professor sagt, das gilt“, so der Student. Der Rektor der Universität sei eine große Persönlichkeit in Riga und werde „von den anderen Professoren verehrt.“

16:00: Für heute hat Jan genug gebüffelt. Er geht in Richtung des Flusses Daugava, der durch Riga fließt. Dort sitzt er oft gemeinsam mit den anderen Erasmus-Studierenden zusammen. Auf dem Weg dorthin kommt er an zahllosen Fast-Food-Restaurants vorbei. „Gerade daran merkt man den starken Einfluss von der EU auf Lettland“, erzählt Jan.

17:00: Am Fluss sitzend planen die jungen Leute ihren nächsten Tagesausflug, um Osteuropa noch besser kennenzulernen. In die rund 150 Kilometer entfernte Geisterstadt „Skrunda-1“, einer ehemaligen sowjetischen Militärbasis, soll es gehen. Eine Stadt voller verlassener und verfallener Gebäude erwartet die Erasmus-Studierenden dort. „Das ist wie ein großes Abenteuer“, so Jan. „Jeder sollte mal in einem Land wie Lettland gewesen sein. Da lernt man erst wertzuschätzen, wie gut es einem daheim eigentlich geht.“

20:00: Es ist Abend geworden in Riga. Jan trifft sich mit einem Kommilitonen aus Belgien zum Tischkicker spielen in einer der vielen Kneipen in der Altstadt. „Die Letten haben eine ganz große Barkultur“, erzählt er. „Die leben das richtig.“ Bei einem landestypischen Bier lernt Jan die „richtigen“ Letten kennen, denen er sonst im Uni-Alltag nicht begegnet. „Die älteren Letten haben einen ganz anderen Charakter wie wir: Sie sprechen nur in ihrer Landessprache und sind eher kalt und wortkarg“, erzählt der Technik-Management-Student. „Die junge Generation ist hingegen total offen, hilfsbereit und spricht Englisch.“ Lettland eben, meint Jan: Das Land voller Gegensätze.




02.02.17
Students abroad in Konzepte
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